Das luxuriöse L

Lilli war ein luxuriöses Lama. Sie wollte immer nur die leckersten Löwenzahnblätter, die längsten Lollis, die lustigste Laune und die lautesten Lieder – eben von allem das Beste. Ihre lila Locken waren immer locker gekämmt und hüpften lässig an ihr auf und ab. Als sie eines lauen Nachmittages gelangweilt durch die Landschaft lief, belauschte sie zwei Luchse auf einem Laubbaum. Sie unterhielten sich über ein leicht zu findendes Labyrinth, in dessen Mitte eine goldene Locke versteckt sei. Lilli wollte diese goldene Locke unbedingt haben, damit alle sie bewunderten. Sofort lief sie in ihr Legohaus. Sie hatte viele Abenteuerbücher von Inselinspektor Igor gelesen und wusste worauf es bei einem Labyrinth-Abenteuer ankam. Sie packte sich eine Lupe, Licht, Luftballons sowie Lakritzschnecken in ihre Ledertasche und ließ eine Notiz zurück, auf der stand, wo sie war. Dann zog sie ihre lindgrünen Lackschuhe an und legte etwas mehr von dem lilafarbenen Lippenstift auf. Nun war sie bereit!

Mit leuchtenden Lamaaugen machte sie sich auf zum Labyrinth. Vor dem Eingang blieb sie stehen und fing an, die Lakritzschnecken abzurollen. Diese waren ihre Wegmarkierung für den Hinweg und auf dem Rückweg Proviant. Sie band das Ende der Lakritzschnecke an einem länglichen Stein vor dem Labyrinth fest, machte das Licht an, und dann ging es los. Lilli beschloss, solange nach links zu gehen, bis es da keinen Weg mehr gab, erst dann wollte sie nach rechts abbiegen. Sie lief eine ganze Weile durch das etwas gruselige Labyrinth und wickelte dabei eine Lakritzschnecke nach der anderen auf. Plötzlich lag da so ein Leuchten in der Luft und Lilli hatte das Gefühl, dass sie bald da ist. Tatsächlich konnte sie nach der nächsten Linkskurve die goldene Locke auf einem Stein in einem Lichtstrahl liegen sehen. Sie platzte fast vor Freude. Das war irgendwie ziemlich leicht gewesen. Sie war eben einfach besser als die Anderen, deswegen war sie zum Ziel gekommen und hatte sich die goldene Locke verdient. Kaum lag die Locke in Lillis Lamapfote, war ein lautes Krachen zu hören und das Licht das eben noch geleuchtet hatte, erloschen. Dafür hörte sie aber ein sehr vertrautes Summen.

In die Dunkelheit fragte sie vorsichtig: „Lümmel bist du das?“

Mit einem lauten Schmatzen antwortete die Libelle: „Woran hast du mich erkannt?“

„Na, an deinem leichten Flügelschlag. Ich weiß doch, wie mein bester Freund klingt. Aber sag mal, was isst du da eigentlich gerade?“

„Na, die Lakritze die du für mich gespannt hast. Gut, dass wir da sind. Ich kann echt nicht mehr. Mein Libellenbauch ist rund wie ein Lampion. Ich kann vor lauter Lakritz nicht mehr fliegen“

Doch bevor Lilli loslegen konnte mit Meckern, da fielen ihr erst eine, dann zwei, dann drei und dann plötzlich unsagbar viele Limetten auf den Kopf. „Hilfe eine Limetten-Lawine! Wir müssen hier raus.“ Lümmel schlüpfte in Lillis Tasche, die wie ein Blitz um die Ecke bog. Die Limetten rollten einfach geradeaus weiter. Lilli kam gerade noch rechtzeitig zum Stehen, denn vor ihnen lag ein riesiges Lava-Loch. Ratlos schauten sich die beiden Freunde an.

„Wo kommt das denn her? Das war doch gerade noch nicht hier“, fragte das Lama lautstark. „Ich glaube du hast das Verteidigungssystem des Labyrinthes ausgelöst, als du die goldene Locke genommen hast. Vielleicht verschwindet alles wieder, wenn Du sie wieder hinlegst?“, schlug die Libelle vor.

„Das werden wir nicht rausfinden, denn ich will die Locke behalten. Und hättest du nicht meine Lakritzmarkierung gegessen, dann wüssten wir jetzt auch, wie wir hier wieder rauskommen“, motzte Lilli.

„Die würde dir auch nicht über die Lava helfen. Aber ich!“, gab Lümmel zurück und reichte Lilli ein paar Luftballons, die sie aufblasen und mit etwas Wolle aus ihrem Fell zusammenbinden sollte.

Dann erklärte er: „Durch die Wärme der Lava steigen die Luftballons nach oben und bringen uns ohne einen Flügelschlag über das Loch.“

Auf der anderen Seite der Lava gelandet, lag eine große Kreuzung vor ihnen. Damit sie nicht hundertmal dieselben Wege liefen, beschloss Lilli, mit ihrer Lamawolle eine Schnur zu spannen. Sie gingen nach links und kamen nach 20 Minuten an derselben Stelle hinter dem Lava-Loch wieder raus. Dann gingen sie einen Weg weiter links und fanden in einem Käfig ein Lamm, das furchtbar winselte, weil es befreit werden wollte. Lilli hatte sofort Mitleid mit dem Lamm, aber Lümmel kam das Lamm verdächtig groß vor. Er zückte leise die Lupe um das Tier zu untersuchen. Und unter der Lupe, erkannte die Libelle, dass sich hier ein Löwe im Lammfell versteckte. Schnell liefen die beiden davon. Im Labyrinth waren immer mehr Schnüre von Lillis Wolle. Als die beiden keinen Ausweg mehr wussten, da fielen sie in ein tiefes Loch und rutschten durch eine unterirdische Rutsche nach draußen. Wieder im Sonnenlicht, wollte sich Lilli nach der wilden Rutschfahrt das Lamafell zu Recht schütteln. Doch alles was von ihren schönen lila Locken geblieben war, waren vier kleine Söckchen und ein goldenes Löckchen auf nackter Lamahaut.

Lilli hörte wie die zwei Luchse, die sie anfangs belauscht hatte, im Laubbaum lachten und zueinander sagten: „Sieht aus, als haben wir diesen Winter genug lila Wolle für zwei lauschige Lamapullover.


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