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Das tausendfüsselnde T

Jetzt aber Tempo, Tempo und tschüss traumhaftes Tassenbett. Das Tick-Tack von Toll-Platschs Tenniswecker wurde immer lauter und warf bereits drei Tennisbälle auf ihn.

Trotzdem hatte Toll-Platsch keine rechte Lust, heute Morgen aufzustehen. Seine rechte Hälfte hatte gestern wieder ewig herumgetüftelt. Sie wollten sich für Cäsar den turnenden Clown, mit der Chamäleondame neue Tricks überlegen wie einen teilbaren Teppich, eine schreibende Blume und eine töpfernde Trompete. Tja, und nun war er fast zu müde, um in die Tierarztpraxis zu gehen. Bei Tausendfüßlern hilft keine Tasse Tee gegen Müdigkeit, sondern nur total heftiges springen. Also raus aus dem Tassenbett und ab auf das Trampolin. Danach war Toll-Platsch topfit und machte seinem Namen alle Ehre. Alles war top, und ihn störten noch nicht mal die Novemberpfützen, bis ein trotziges "Platsch" ertönte.

Typisch!!! 998 Beine des Tausendfüßlers waren total super drauf und fanden alles toll, nur die letzten zwei mussten wie immer aus der Reihe tanzen und mit einem trotzigen "Platsch" in die Pfütze springen. So waren Fuß 999 und 1000 immer. Trotzig machten sie das Gegenteil von allen anderen und theaterten ständig herum. Sie hatten sich sogar beide ein kleines türkisblaues Teufelchen tätowieren lassen. So sehr sich Toll-Platsch darüber ärgerte, am besten war es, dazu einfach nichts zu sagen. Er trocknete Fuß 999 und 1000 ab, schnappte sich seine Tasche, und dann ging es mit dem Tretroller und einem lauten "Tut, Tut!!!" erst zur Tankstelle, um einen Teilnahmeschein für die Tombola auszufüllen, und dann ab zum Turm.

Seine erste Patientin wartete bereits unten an der Treppe auf ihn. Es war Frau Tintenfisch. Toll-Platsch trabte die Treppe langsamer hoch als sonst, weil seine rechte Seite schon wieder am Träumen war. Die 499 Beine der rechten Seite wollten nämlich nicht so gerne Tierarzt sein, sondern lieber Erfinder, also tüftelten sie bis spät in die Nacht herum. Die 499 Beine der linken Seite wollten lieber Tieren helfen und nachts schlafen. Dabei war es nicht so einfach, mit nur 499 linken Beinen die Treppe hochzusteigen. Aber der tapfere Tausendfüßler kannte das ja schon von sich. Kaum war die Tür der Tierarztpraxis aufgeschlossen, erzählte Frau Tintenfisch von ihrem Problem. Seit sie bei einem Tangowettbewerb mit dem Tanzbär Blaubär gewonnen hatte und vor Freude ein tiefblaues Tintenfeuerwerk abgefeuert hatte, war sie leer und konnte keine Tinte mehr spritzen.

Aber ein Tintenfisch ohne Tinte, das war ja nur ein Fisch. Frau Tintenfisch wollte aber auf alle Fälle ein Tintenfisch bleiben. Toll-Platsch verstand das Problem sehr gut. Sein Körper machte ja auch nicht immer, was er gerne hätte. Er machte ein paar Tests und gab Frau Tintenfisch eine Tube Salbe sowie ein paar Tabletten. In ein paar Tagen vereinbarten sie einen neuen Termin.

Am Tag des nächsten Termins von Frau Tintenfisch waren Fuß 999 und 1000 besonders trödelig. Sie waren heute weniger trotzig als viel mehr so müde, dass sie hin und her taumelten. Dabei trugen sie eine Tüte mit sich herum. Der Tausendfüßler fragte gar nicht erst, was in der Tasche war. Selbst das Trampolin springen hatte ihn heute Morgen nicht topfit gemacht. Er hatte die halbe Nacht Schritte gehört. Ein "tapp, tapp" hier und ein "tapp, tapp" dort. Weil Toll-Platsch heute zu erschöpft war für den Tretroller, fuhr er mit dem Traktor zum Turm.

Als Frau Tintenfisch mit ihrem Taschentuch im Tentakel ins Zimmer kam, da wusste Toll-Platsch bereits, dass die Medikamente wohl nicht geholfen hatten. Doch gerade als er seine Patientin trösten wollte, liefen Nr. 999 und 1000 los und schleppten die Tüte heran. Der Tausendfüßler schaute hinein und glaubte zu träumen. In der Tüte lag eine tadellose Tintenprothese. Frau Tintenfisch konnte die türkisfarbene Blume als Brosche tragen. Wenn sie Tinte spritzen wollte, musste sie nur unauffällig mit einem ihrer Tentakel auf den kleinen Tintenbeutel hinter der Blume drücken, und schon schoss die Tinte durch die Luft – so wie es sich für einen Tintenfisch gehörte. Vor Freude weinte Frau Tintenfisch, denn jetzt war sie wieder ganz sie selbst.

Auch Toll-Platsch hatte etwas über sich gelernt. Fuß Nummer 999 und 1000 waren trotzig gewesen, weil sie traurig waren, dass die anderen 998 Füße nicht zusammenarbeiten wollten. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die beiden Trotzköpfe das Talent hatten, alle Füßchen des Tausendfüßlers zu vereinen. Als Team erfanden sie jetzt Technik für erkrankte Tiere.


Mehr Abenteuer mit Planet Wortschatz könnt ihr ab dem 25. September erleben, wenn sich der Vorhang des Zirkus Wortakrobati öffnet.


Mehr Informationen und Anmeldung unter:

https://www.planet-wortschatz.de/10-wochen-kurs


Falls Du mehr über den Blaubär erfahren willst, dann lies doch mal die Geschichte vom bärenstarken B.


Zum Ausdrucken und Mitmachen:



Das_tausendfüsselnde_T
.pdf
Download PDF • 5.47MB
Ausmalbilder_T
.pdf
Download PDF • 7.67MB
Arbeitsblätter_T
.pdf
Download PDF • 659KB






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