Das plunderige P

PENG! Wieder knallte etwas gegen die Planken des pinkfarbenen Piratenschiffs. Doch statt Panik hörte man nur das piepende Pfeifen eines prima gelaunten Piraten. Mit einem lauten puff landete der Kescher im Wasser. Pommes, der einzige Pirat auf diesem Schiff, lehnte voller Vorfreude über der Reling. Eigentlich hieß der Pirat mal Paul, aber da er als Baby so pummelig war wie eine Pellkartoffel, später allerdings so groß und dünn wurde wie eine Pommes Fritte nannten ihn alle nur noch Pommes.


Bevor Pommes den Kescher aus dem Polarwasser zog, schaute er sich um, ob auch wirklich niemand in der Nähe war. Nichts wäre schlimmer, als plötzlich von der Polizei erwischt zu werden. Heute war ein guter Tag zum Schrottangeln. Er hievte den Kescher an Deck und schaute nicht schlecht über seine Plunderbeute. Im Netz entdeckte er eine perfekte Porzellankanne, die mit Palmen bemalt war und einen potthässlichen Pantoffel. Im Inneren der Porzellankanne klemmte ein kleines Stückpapier mit einer angebissenen Praline. Pommes war kein großer Freund von Pralinen und Süßigkeiten. Er mochte eindeutig lieber Paprika, Pilze und Pampelmusen. Aber das machte nichts. Er steckte die halbe Praline einfach in seinen Munitionsbeutel. Man weiß ja nie, wann man mal wieder jemanden zur Ablenkung irgendwo festkleben muss. Die Porzellankanne und den potthässlichen Pantoffel brachte er in seine Piratenschatzkammer. Denn Pommes war kein gewöhnlicher Seeräuber! Er war ein Plunder-Pirat. Er raubte nicht etwa andere Schiffe aus, sondern er fuhr über die Meere des Planeten und sammelte jeden Müll ein, den er finden konnte. Deswegen hatte sein Plunderpiratenschiff an allen vier Seiten riesige Netze. Das ist zwar praktisch, da sich da immer viele Dinge drin verfing, aber leider auch gefährlich, da er so schon von weitem zu erkennen war. Sein Freund Pinsel, der Pottwal, versuchte ihn zwar immer rechtzeitig zu warnen, aber manchmal war Pinsel einfach zu sehr mit Ping-Pong beschäftigt. Das konnte Pommes immer daran erkennen, dass er in seiner Schatzkammer ein, pong, pong, pong hörte. So wie jetzt! Denn Pinsel schoss mit seiner pechschwarzen Schwanzflosse den Ping-Pong-Ball gegen das Piratenboot, weil sonst niemand in seiner Pottwal-Familie gerne Ping-Pong spielte.

Aber wenn Pinsel gerade Ping Pong spielte, wer hielt dann Ausschau nach der Polizei?

Pommes schloss die Schatzkammer ab, rückte seine purpurfarbene Pudelmütze zurecht und rannte zurück an Deck. Doch da war es schon zu spät.



Mit einem prächtigen Purzelbaum rollte der Polizistenpanda über das Piraten-Plunder-Boot. Pommes zückte seine halbe Praline und steckte sie in seinen selbstgebastelten Süßigkeiten-Schmelzer 2070. Der Polizisten-Panda, sah die klebrige Masse kommen, sprang hoch, öffnete den Mund und verschlang die geschmolzene halbe Praline. „Potz Blitz! Was für ein Sprung!“, dachte sich Pommes noch, doch dann war es auch schon zu spät. Er war umzingelt von Papiertigern - eine Flucht unmöglich! Der Panda wischte sich den Mund ab und inspizierte die Netze. Sie waren randvoll mit Plunder. Da konnte sich Pommes nicht mehr rausreden. Die Polizisten öffneten die Netze, um das unnütze Zeug wieder ins Meer zurück zu lassen, und nahmen Pommes mit auf ihr Boot, wo er in eine Zelle kam. Wäre doch nur Madame Muckefuck, die Lehrerin, hier. Die Meerjungfrau könnte mit den Polizisten reden und ihnen sagen, wie wichtig es ist, diesen ganzen Plunder aus dem Meer zu sammeln, aber alleine hatte Pommes keine Chance. Stattdessen belehrte der Panda in Polizeiuniform den Plunderpiraten darüber, was genau ein Pirat eigentlich zu tun habe. Er hatte Schiffe zu überfallen und Schätze zu sammeln und nicht Müll aus dem Meer. Pommes solle sich mal vorstellen, wie die Welt wäre, wenn jeder einfach mache, was er will. Was wäre zum Beispiel, wenn die Puppe, statt artig zu sein, mal richtig pupste oder der Poet statt phantasievolle Gedichte Picknickrezepte schreiben würde. Da wäre ja alles völlig durcheinander. Der Plunder-Pirat Pommes konnte auf Ordnung verzichten und fand es gut, wenn sich mal Dinge änderten. Außerdem hatte er überhaupt keine Lust, immer der böse zu sein und anderen Dinge wegzunehmen. Die meisten Dinge, die er im Meer entdeckte, konnte er auf dem Trödelmarkt verkaufen oder in einem seiner Projekte verbauen. Als er darüber so nachdachte, hatte Pommes einen besonders pfiffigen Einfall. Er fütterte die Papiertiger solange mit Popcorn aus seiner Hosentasche, bis sie ihn endlich zur Prinzessin Pasta brachten. Sie hatte von ihren Untertanen den Namen bekommen, weil sie ständig sagte: „Schluss aus Pasta!“, woraufhin immer sofort ein Palastangestellter kam und ihr ein Schälchen Nudeln mit Parmesankäse und Pfirsichsauce brachte. Pommes war ziemlich beeindruckt, als er Prinzessin Pasta zum ersten Mal sah. Sie hatte ein plüschiges pflaumen-farbiges Prinzessinnenkleid an, trug eine bunte Perlenkette und auf ihrer Schulter saß ein prachtvoller Pfau, der fröhlich pfiff. Prinzessin Pasta merkte sofort, wie gut sie dem Plunder-Piraten gefiel, und das mochte sie sehr. Also hatte sie auch ausnahmsweise mal Lust, jemand anderem außer nur sich selbst zuzuhören. Erst erschrak es die Prinzessin, als der Pirat von dem ganzen Krempel im Meer sprach, und sie hatte fast keine Lust mehr, ihm zuzuhören, aber als er ihr erzählte, was er mit dem ganzen Kram für sie machen wollte, da war sie begeistert.



Der Plunder-Pirat wollte ihr ein phantastisches Paradies bauen mit tausenden Dingen, die sie noch nie gesehen hatte. Mitten drin sollte der größte Plunder-Palast des Planeten stehen und jeder, der etwas Unnützes mitbrachte, um den Palast zu vergrößern, durfte ihn kostenlos betreten. Von da an sammelte nicht nur der Plunder-Pirat den alten Schnickschnack aus dem Meer, sondern auch der Polizisten-Panda, die Papiertiger und alle anderen Untertanen von Prinzessin Pasta.


Mehr spannende Abenteuer auf Planet Wortschatz gibt es ab dem 26. September in unserer Detektiv-Ausbildung. Mehr Informationen und Anmeldung unter:

https://www.planet-wortschatz.de/10-wochen-kurs

Falls Du mehr über die Meerjungfrauen Lehrerin Frau Muckefuck erfahren willst, dann lies doch mal die Geschichte vom monsterhaften M.



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