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Das suchende S

Das Surren und Schnurren des Satelliten war bereits zu hören. Der sonderbare Sandmann machte sich sofort bereit und schleuderte schnell das schmale Säckchen mit der Nachricht herum. Wenn alles genauso laufen würde, wie er sich das gedacht hatte, dann verfing sich der kleine Sack am Satelliten. Mit etwas Glück fände dann irgendjemand in diesem riesigen Universum endlich seine Nachricht: „Bin auf der Suche nach einer zuverlässigen Vertretung, um mir endlich den Traum vom Skiurlaub in der Sahara zu erfüllen. Wer hat Lust, hier in einer außergewöhnlichen Atmosphäre rumzuhängen? Du solltest ein ruhiges Wesen haben und nicht so explosiv sein. Wenn du Interesse hast, dann komm gerne spontan vorbei, meine Sporttasche ist schon gepackt.“



Der Sandmann hatte etwas Sorge, dass die Galaxie-Giraffen-Gang von der Suche hörte und die Gelegenheit nutzen würde, hier Unruhe zu stiften. Doch seine Sorge war ganz unberechtigt, denn durch den kleinen Sack kam der Satellit ins Schwanken, geriet von seiner Umlaufbahn und stürzte ab.

Beinahe wäre der Satellit Quark dem Quakfrosch auf den Kopf gefallen, wenn der nicht durch das laute Zischen zur Sonne geschaut hätte. Mit einem schnellen Satz sprang er zur Seite, bevor der Satellit erst auf dem Salzwasser aufkam und dann in den Tiefen des Meeres versank. Ein paar Seerobben, Schwertfische und Seeschnecken wunderten sich über das skurrile Ungetüm. Doch niemand schenkte ihm weiter Beachtung, da die Menschen leider viel zu oft seltsame Dinge in der See versenkten. Als der Satellit auf dem Meeresboden aufschlug, wirbelte er eine Sandwolke auf, die dann zumindest ein paar junge Seepferdchen sehr neugierig machte. Sie hatten großen Spaß daran, um das spannende Ding aus der Menschenwelt herum zu tauchen. Papa Seepferdchen, den alle Senf nannten, hatte Mühe, seine Kleinen zum Weiterschwimmen zu motivieren. Er wollte sich schon auf den Weg machen, als ihm auffiel, dass Söckchen fehlte.

Sorgsam schwamm er um den Satelliten herum. Erst fand er seinen Sohn und dann einen kleinen Sack. Angesteckt von der Neugier der Seepferdchenkinder öffnete Senf den Sack und lass die Nachricht vom Sandmann. Urlaub auf einem fernen Planeten und endlich mal die Welt von oben statt nur von unten sehen. Das klang super für Papa Seepferdchen, und was würden seine süßen Kinder erst dazu sagen? Doch die Frage war, wie würde Familie Seepferdchen nur auf den Saturn kommen? Eine Rakete voller Salzwasser füllen klang teuer und sehr aufwendig. Silber - Mama Seepferdchen war zwar Seeräuberin und hatte einige Schätze angesammelt, aber ob es für eine ganze Rakete reichen würde, war sich Senf nicht so sicher.

Beim Sonnenuntergang besprachen die Seepferdcheneltern, Senf und Silber, ihren Plan für die Sommerferien auf dem Saturn. Silber war es, die auf die Idee kam, die schlaue Seekuh Schneeflöckchen zu fragen, ob sie nicht eine helfende Idee hatte. Tatsächlich kannte sie sich ein kleines bisschen besser aus über der Meeresoberfläche als Senf und Silber und hatte sofort eine Lösung. Die Familie sollte Anfang September wiederkommen. Solange würde Schneeflöckchen benötigen, um an ihrem Plan zu arbeiten.



Als Senf und Silber singend mit ihren sechshundertsechsundsechzig Kindern an einem Sonntagmorgen wie vereinbart am Satelliten auf die Seekuh warteten, staunten sie nicht schlecht, als Schneeflöckchen mit einem supergroßen Sieb anrückte. Den Sieb tauchte sie in eine eigenartige Flüssigkeit, hielt ihn vor sich hoch und pustete wie ein Sturm hinein. Auf der anderen Seite des Siebs kamen unzählige Blasen mit Salzwasser heraus. Sie umschlossen die Seepferdchen und stiegen dann mit ihnen auf. Erst an die Meeresoberfläche, dann in den Himmel und letztlich ins Weltall, wo sie sofort den Saturn mit seinen Ringen erkannten. Mit der Hilfe ihrer Schwänze lenkten sie die Seifenblasen Richtung Saturn. Der Sandmann suchte gerade mit dem Fernglas den Himmel ab und konnte sein Glück nicht fassen, als eine ganze Sippe Seepferdchen auf ihn zuflog. Er winkte und schrie vor Freude.



Endlich konnte er in den Skiurlaub. Er versprach, am Samstag in sechs Tagen zurück zu sein. Familie Seepferdchen ließ sich in dieser Zeit durch die bunte Gasschicht des Saturn schweben und bewunderte die 82 Monde, die man von hier sehen konnte. Mit dem nächsten Sonnensturm nach sechs Tagen kam dann auch der Sandmann mit seinen Ski zurück. Der hatte jetzt ordentlich Muskelkater, weil er solange nicht gelaufen war. Er berechnete die Flugbahn der Seepferdchen, zerstach die vielen Seifenblasen, und binnen weniger Sekunden landeten die sechshundertachtundsechzig Seepferdchen mit einem sensationellen Platsch im Salzwasser. Das waren die schwerelosesten Sommerferien, die man sich vorstellen konnte.


Falls Du mehr über die Galaxie-Giraffen-Gang erfahren willst, dann lies doch mal die Geschichte vom gruseligen G.


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Zum Ausdrucken und Mitmachen:



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