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Das weihnachtliche W

Es war einmal in einem winterlichen Wunderland, weit weg von hier, wo fast unsichtbare Wichtel in weißen Wäldern herumwuselten, um sich auf das wichtigste Ereignis des Jahres vorzubereiten: Weihnachten!


Ihr wisst natürlich alle, dass in der Wichtelwerkstatt, von den Helfern des Weihnachtsmannes, täglich kleine Wunder vollbracht werden, um all die Wünsche auf den Wunschzetteln zu erfüllen. Doch habt ihr euch schon mal gefragt, wer eigentlich dafür sorgt, dass die ganzen Wichtel immer saubere Kleidung tragen? Nein; dafür ist nicht etwa die Weihnachtsfrau zuständig, sondern ein weicher, aber wahnsinnig wissenshungriger Waschbär. Dieser arbeitet in der wackeligen Waschmaschine des Weihnachtsmanns und wirbelte all die winzigen, weißen Zipfelmützen der Wichtel in einer warmen Welle hin und her. Eigentlich waren all die Mützen der Wichtel mal genauso weiß wie die mit Schnee gefüllten Wolken, damit die Menschen sie von oben im Winterwald nicht entdecken konnten. Doch daran kann sich heute fast niemand mehr erinnern.

Schuld an den bunten Wichtelmützen ist Willy Waschbär und auch ein bisschen der Weihnachtsmann. Willy ist ein echter Wackeldackel, der eigentlich nur still sitzen kann, wenn er liest. Also hatte der Weihnachtsmann ihm einst ein Buch geschenkt über wundersame Wesen. Stundenlang studierte Willy das Buch, weil er alles wissen wollte und kiloweise Waffeln, Wassermelonen & Walnüsse beim Lesen verdrückt. Seine Gedanken wanderten zu dem Blaubär, der Seepferdchen-Piratin Silber oder auch dem himbeerfarbenen Hammerhai Herbert. Er wurde ein bisschen traurig, weil er selbst einfach nur schwarz, weiß und ein bisschen grau war.

Aber eines Abends dann hatte Willy bemerkt, dass eine der Wichtelmützen fehlte, und machte sich widerwillig auf den Weg in die Weihnachtswerkstatt, um nach ihr zu suchen. Wachsam, eine Wachskerze in den Waschbärpfoten haltend, suchte er nach der vermissten Wollmütze. Vielleicht war Waldi wieder wütend geworden, weil etwas beim Anmalen der Waggons nicht nach seiner Wichtelnase lief, und hatte die Mütze auf den Boden geworfen. Tatsächlich entdeckte er auf Waldis Platz einen Zuganhänger mit einem angefangenen Wappen, das einen Wal und einen Werwolf zeigte. Direkt davor lag die fehlende Wichtelmütze auf dem Boden. Bei seinem nächtlichen Ausflug in die Wichtelwerkstatt trat der Waschbär aus Versehen in einen widerlichen Klecks Kleber, worauf ein großes grünes Stück Schleifenband an seinem Fuß hängen blieb, ohne dass Willy dies bemerkt hatte. Als er sich dann an die Arbeit machte und die weiße Wichtelkleidung wusch, wurde diese plötzlich nicht mehr strahlend weiß wie der Winterschnee, sondern bekam einen leichten grünen Schimmer, der niemandem weiter aufgefallen war außer Willy. Dieser war allerdings begeistert, und die bunten Bänder wurden sein wichtigstes Werkzeug. Von da an schlich er jeden Abend in die Werkstatt und sammelte die Schleifenbandreste der Wichtel ein, um sie in der Waschküche des Weihnachtsmannes nach Farben zu sortieren. Wie ein Wachhund passte er auf, dass niemand seine Haufen weihnachtlichen Bandes entdeckte. Bei jeder weißen Wäsche steckte er nun auch etwas Schleifenband mit in die Waschmaschine. Erst nur eine Handvoll, dann zwei, und schließlich waren es 24 Hände voller Schleifenbandreste pro Waschmaschine. Damit immer genug farbiges Weihnachtsband vorhanden war, halfen ihm jetzt zwei Wühlmäuse bei der Suche. Die Kleidung der Zwerge war erst nur ein wenig farbig, aber mit jeder Wäsche wurde die Farbe wirkungsvoller und bunter, bis die Zwerge am Ende kein einziges Stück weiße Wäsche mehr hatten. Willy Waschbär war zwar traurig, dass er immer noch die Farben eines wirklich alten Fotos hatte, aber zuzusehen, wie er die Weihnachtswichtel langsam bunt werden ließ, machte ihn stolz.

Natürlich hatte der Weihnachtsmann all das mitbekommen und wusste von dem geheimen Wunsch des Waschbären, aber er brauchte noch lange, seinem fleißigen Helfer diesen einen ganz besonderen Weihnachtswunsch zu erfüllen. Dafür hatte er extra unter seinen Wichteln einen Wettbewerb ins Leben gerufen. Der Gewinner sollte das erste Stück Weihnachtsstollen in diesem Jahr bekommen. Dieses Wochenende geschah das Weihnachtswunder endlich. Für den kleinen Willy Waschbär lag das Pulver eines Chamäleon-Wackelzahnes unter dem Weihnachtsbaum. Damit würde er von nun an genauso wie das Chamäleon seine Farbe wechseln können. Das war wahrlich eines der schönsten Weihnachtsgeschenke, das die Wichtel je hergestellt hatten und der Weihnachtsmann je verschenkt hatte.


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Ab dem 8. Januar starten wir eine wilde Safari. Wenn ihr Lust habt, mit uns in das Abenteuer zu starten, könnt ihr euch jetzt anmelden.


Zum Ausdrucken und Mitmachen:


W_Das_weihnachtliche_W
.pdf
Download PDF • 4.41MB
Ausmalbilder_W
.pdf
Download PDF • 2.38MB
Arbeitsblätter_W
.pdf
Download PDF • 864KB




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