Das monsterhafte M

Madame Muckefuck zählte mit, ob alle ihre Monster in den Mondexpress stiegen. Die Monsterklasse hatte heute einen mysteriösen Schulausflug vor. Es ging auf einen benachbarten Meteoriten der Menschhausen hieß. Hier mussten sich die kleinen Monster ein Museum anschauen, das einen komischen Namen hatte: Das Museum vom Menschen.

Menschen waren etwas, von dem Monster natürlich schon gehört hatten, aber niemand hatte je einen wirklichen Menschen gesehen. Es waren die großen Monster, die ihren Kindern Gruselgeschichten über Menschen, die in ihren Betten schliefen und manchmal Sachen aus ihren Schränken nahmen, erzählten.

Madame Muckefuck hatte die Monster gut auf den Ausflug vorbereitet. Sie hatten sogar ein neues Monsterlied gelernt, dass die Menschen auch gern sangen. Nur hatte Madame Muckefuck, die auch Musik unterrichtete, den Text an ihre Monsterschüler angepasst. Bei den Menschen war es ein Matrosenlied und ging so: Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön, denn da kann man fremde Länder und noch manches andre sehn….

Als die Musiklehrerin nun ihr Mikadostäbchen als Taktstock hob, da sangen alle Monster miteinander: Monster sein ist lustig, Monster sein, ist schön, denn da kann man mutig sein und ist auch so schön klein ….

Das Musikstück klang zwar als würde es von einem müden Männerchor gesungen, weil die Monster so murmelten, aber es machte allen Mega-Spaß, schief mitzusingen.

Nach einer musikalischen Fahrt bat Madame Muckefuck sich immer in kleinen Gruppen von drei Monstern zusammen zu finden. Im Moment war Mai und das Museum nur mäßig besucht, so dass die Monster es selbst erkunden konnten. Die Lehrerin hatte eine Mappe mit Aufgaben vorbereitet die ihre Schüler erledigen sollten. Sie warnte die Monster immer auf ihre Mitschüler zu achten, da es in dem Museum auch noch lebendige Menschen gebe, die manchmal komisch auf Monster reagierten.

Mina Mumie schnappte sich sofort die Hand von Mogli Muffel. Die beiden waren Monsterfreunde und mochten sich sehr. Dann kam noch Marco Monster dazu, dass war das kleinste Monster in der Klasse, obwohl es immer Monsterhunger hatte, deswegen nannten ihn alle nur Krümel. Selbst Madame Muckefuck rief ihn Krümelmonster. Zu dritt marschierten sie durch dieses magische Museum. Es war schon ein wenig unheimlich, überall diese eigenartigen Dinge zu sehen, die die Menschen so benutzten und die Monster hatten Mühe zu verstehen, warum die Menschen taten was sie taten.

Mina war zum Beispiel entsetzt davon, dass die Menschen Mumienkleider benutzten, um sich den Po abzuwischen. Warum machten die das nicht mit was Braunem, wo man den Schmutz weniger sah und was kuscheliger am Po war. Sie fand, dass Murmeltierfell dafür prima geeignet sei.

Mogli fand es gemein, dass Menschen Muffel als Händewärmer benutzten. Sie hingen sich die Muffel einfach um den Hals, nannten es einen Muff, und der arme Muffel musste ihnen dann die ganze Zeit die Hände wärmen. Da musste man ja direkt noch schlechtere Laune bekommen. Menschen waren wirklich mächtig merkwürdig.

Krümel fand es fies, dass die Menschen viele Krümel zusammenpressten und es dann einen Keks nannten, anstatt die Krümel einfach vom Boden zu essen, wie die meisten Monster es taten. So viele Dinge waren ihnen sehr mysteriös. Waschlappen und Zahnbürsten waren auch solche Dinge die die kleinen Monster nicht verstehen konnten, warum sollte man nicht so viel Müffeln wie man konnte? Und dann hatten die Menschen für vieles einfach eigenartige Worte. Zum Beispiel war ihre Lehrerin in der Sprache der Menschen eine Meerjungfrau. Aber Madame Muckefuck war 286 Jahre alt. War man da nicht eine Meeraltfrau? Mina Mumie notierte sich diese Frage für später. Komisch fanden die drei auch, dass die Menschen das Wort Monster für einander benutzten, wenn sich mal jemand nicht gut benahm oder anders aussah als die anderen Menschen. Daran merkte Krümel sofort, dass die Menschen nie Monster getroffen haben konnten. Denn bei den Monstern kam es darauf an, dass jeder schön hässlich war.

Die drei hatten eine Menge über die Menschen gelernt, aber eine letzte Aufgabe war in ihrer Mappe noch zu erledigen - eine Mutprobe! Im hintersten Ausstellungsraum des Museums gab es ein kleines Mädchen und die Monster sollten ihren ganzen Mut aufbringen, um mit dem Mädchen für mindestens zehn Sekunden Händchen zu halten. Weder Mina noch das Krümelmonster wollten damit beginnen. Also schoben sie gemeinsam Mogli Muffel vor. Er hatte eh schon schlechte Laune und muffelte rum. Das Mädchen sah nicht so schlimm aus. Sie war nicht so groß, sie meckerte ein bisschen vor sich hin und ihr mausgrauer Mantel hatte Matschflecken. Sie war also fast monsterfreundlich. Doch als sie Mogli mit seinem mehrfarbigen Monsterfell sah, da lächelte sie, nahm ihn in den Arm, knuddelte ihn und sagte: „Ach bist du ein süßes Monster. Du Kuschelwuscheli!“ Marco und Mina liefen, mächtig schreiend davon. Ein Museumsmitarbeiter befreite Mogli aus den Fängen des kleinen Mädchens, was sofort wieder anfing zu meckern.

An diesem Abend mussten alle Monstereltern die Betten der Monster kontrollieren, bevor sich die Kleinen unter das Bett legten, da sie alle Angst hatten, da könnte ein Mensch in ihrem Bett liegen.


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